Faema, Akronym für Fabbrica Apparecchiature Elettro Meccaniche e Affini (deutsch etwa „Fabrik für elektromechanische Geräte und Ähnliches“), gehört heute zur Gruppo Cimbali und produziert traditionelle
Kaffeemaschinen und Kaffeevollautomaten, die 25 % des internationalen Marktes abdecken. Laut Carlo Ernesto Valente, dem Gründer von Faema, sollten Innovationen nicht nur eine anwenderfreundliche Bedienung und Zubereitung, sondern auch ein hervorragendes Ergebnis für den Kaffeetrinker berücksichtigen: Aus diesem Ansatz heraus entstanden die ersten serienmäßig produzierten Kaffeemaschinen für die automatische Kaffeeausgabe in Büros und am Arbeitsplatz sowie die ersten Maschinen für Privathaushalte. Eine Synthese zwischen technischer Innovation, Design und Qualität des Kaffees, die mithilfe berühmter Namen wie
Ettore Sottsass, Gianfranco Salvemini und dem Studio
Giugiaro Design verfolgt wurde. Neben dem Standort von Faema in Binasco (Mailand) gibt es heute 3 weitere Produktionsstätten, alle in der Lombardei, und ein Netz von 700 Händlern und Niederlassungen in Italien, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Portugal, den USA und China.
Die Geschichte von Faema, die Geschichte des Kaffees in Mailand
Die Geschichte von Faema begann Ende des Zweiten Weltkriegs, als Carlo Ernesto Valente das Unternehmen in Mailand gründete. Sie ist eng mit der Stadt verbunden, wie man bereits am Logo erkennen kann, das ein stilisiertes Profil des Doms darstellt. Während in den Straßen der Stadt der Wunsch nach Rückkehr zur Normalität groß war, wurde der Kaffee zu einem kollektiven Ritual, das diese Rückkehr ins Leben symbolisierte. Zu den professionellen Kaffeemaschinen von FAEMA gehörte die
berühmte E61, eine 1961 patentierte Maschine zur automatischen Herstellung von Kaffee nach italienischer Art. Sie war die erste mit einer Verdrängerpumpe, die heißes Wasser mit 9 Atmosphären einspritzte und den mechanischen Hebel ersetzte.
Die 1967 auf der Messe vorgestellte
X5 war eine Maschine, die, ausgehend vom Mahlen der Kaffeebohnen, Kaffee vollautomatisch zubereiten kann.
Faematronic, 1983 von Ettore Sottsass und Aldo Cibic entworfen, war die erste elektronische Kaffeemaschine für den professionellen Gebrauch mit automatischem Betrieb und programmierbarer Dosierung. Unter der Federführung von Giorgetto Giugiaro entstand Anfang der 90er Jahre die
E91, ein Objekt, das sich auf die Stilelemente der E61 bezog und sie mit neuen Formen sowie Leistungen und Zubehör bereicherte. Das Ergebnis war eine innovative und elegante Kaffeemaschine, die auch heute noch ein Verkaufsschlager ist, der in einer automatischen und halbautomatischen Version mit 2 oder 3 Brühgruppen angeboten wird. Giugiaro Design entwarf auch
Emblema, eine Maschine mit einem dynamischen, von der Aeronautik inspirierten Design nach modularem Prinzip, die den Good Design Award 2010 in der Kategorie „Kitchen/Appliances" gewann. Die Bekanntheit von Faema ist auch auf ein vorausschauendes Marketing zurückzuführen: Das Unternehmen kann auf eine lange Geschichte des Sponsorings im Sport zurückblicken, das mit der Rugby-Mannschaft von Treviso (heute Benetton und italienischer Meister 1955-56) begann und in den 60er und 70er Jahren mit dem Radsport fortgesetzt wurde.
Faema im MuMAC, dem ersten Museum für Kaffeemaschinen
Wie alle Kaffeemaschinen der Gruppo Cimbali sind auch die von Faema im MuMAC, dem Museum der Kaffeemaschine in Binasco, ausgestellt. Der Ausstellungsbereich entstand 2012 zur Feier des hundertjährigen Bestehens der Marke Cimbali und wurde von Arkispazio und Valerio Cometti + V12 Design gestaltet. Im 1.800 m² großen Museum sind über 200 Kaffeemaschinenmodelle zu sehen, die vom frühen 20. Jahrhundert bis zu den modernsten unserer Tage reichen. Informationen dazu erhält der Besucher in einem chronologischen Rundgang, unterteilt in die folgenden 6 Perioden: Die frühen Jahre, das Zeitalter des Rationalismus, die Erfindung des Hebels, unter der Fahne des Designs, die internationale Dimension und das neue Jahrtausend.